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Lichtkunstwerk von James Turrell in der Kunsthalle Bremen

Above - Between - Below

Die Installation erstreckt sich über drei Räume. Die Farben ändern sich langsam
und bei gutem Wetter wird bei Eintritt der Dämmerung eine Luke geöffnet,
so dass der reale Sternenhimmel zu sehen ist.

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Das Lichtkunstwerk fotografiert von "Above", Blick nach unten auf die Granitplatte.
Man erkennt den Sternenhimmel der Antipode, die Betrachter (Mitglieder des
Olbers-Planetariums) und den Fotoapparat in der Mitte des Bildes in Reflexion.
Foto: Normann Stenschke
Erläuterungen:

Strichbilder und Erläuterungen erhält man,
wenn der Mauszeiger über das Bild gehalten wird.
Strichbilder und Erläuterungen erhält man, wenn der Mauszeiger über das Bild gehalten wird.


Zeit und Ort

Die Kunststeinplatte mit den Leuchtdioden stellt den Sternenhimmel ohne Planeten über der Antipode von Bremen am 23.06.1961 um 0 Uhr Ortszeit dar. Zu diesem Zeitpunkt war es in Bremen 12 Uhr MEZ, und es war der Tag der Wiedereröffnung der Kunsthalle. Zum 50-jährigen Jubiläum am 23.06.2011 hätte man denselben Ausschnitt des Sternenhimmels sehen können, da er sich ohne die wandernden Planeten jährlich gleicht. Wenn wir also jedes Jahr am 23. Juni um 12 Uhr MEZ von der Kunsthalle Bremen aus durch ein Loch in den Nachthimmel auf der anderen Seite der Erde blicken könnten, würden wir wieder den dargestellten Sternenhimmel erleben.
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Die Antipode von Bremen

Die Antipode von Bremen - das Gebiet, das auf der Erdkugel Bremen gegenüber liegt - hat die Koordinaten 171°11' W, 53°04' S. Sie befindet sich im Pazifik etwa 1500 km südöstlich von Neuseeland und 800 km südöstlich von den Antipodeninseln. Da wir in der Kunsthalle Bremen 600 km östlich vom Nullmeridian entfernt sind, liegt die Antipode 600 km östlich von der Datumsgrenze.
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Farben und Temperaturen

Bei der Betrachtung der Sterne kann man verschiedene Helligkeiten und unterschiedliche Farben erkennen. Die verschiedenen Helligkeiten sind bedingt durch Entfernung, Größe und Oberflächentemperatur der Sterne, die unterschiedlichen Farben entstehen durch unterschiedliche Oberflächentemperaturen. Bläuliche Sterne haben eine Oberflächentemperatur von 10.000° bis 50.000°K, weiße von 6.000° bis 10.000°K, gelbliche, wie unsere Sonne, von 5.200° bis 6.000°K, orangefarbene von 3.700° bis 5.200°K und rote Sterne, meist Rote Riesen, von unter 3.700°K. Die Farben erkennt man vielleicht erst bei genauerem Hinsehen und sie können auch unterschiedlich wahrgenommen werden.
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Die Leuchtdioden und die Filter

Das Licht der dargestellten Sterne erzeugen 1-Watt-Leuchtdioden. Es wird über Glasfasern durch die Kunststeinplatte aus Negro Tebas geführt. Unterschiedliche Spannungenstufen die Helligkeiten ab. Für die Farben der Sterne wurden dichroitische Glasfilter der Serie Rosco Permacolor ausgewählt, die den subjektiven Farbeindruck der Sterne am ehesten wiedergeben. Diese Filter übertragen nur gewisse Wellenlängen des Lichts; der Rest des Spektrums wird reflektiert, im Gegensatz zu normalen Farbfiltern bei denen das Licht absorbiert wird. Für bläuliche Sterne wird der Filter Lavender Accent verwendet, für gelbliche der Filter ½ CTO, für orangefarbene werden die Filter Goldenrod und Amber verwendet, für rote Sterne die Filter Primary Red und Industrial Green und weiße Sterne werden ohne Filter dargestellt.
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Milchstraße und Magellansche Wolken

Das angedeutete Band unserer Milchstraße erstreckt sich im Sommer und Winter hoch über den Himmel. Es wird aus den entfernten Bereichen unserer Galaxis gebildet, die wir von innen betrachten und das aus etwa 200 Milliarden Sternen besteht. Aus der ringförmigen Gestalt der Milchstraße können wir eine Vorstellung von der scheibenförmigen Struktur unserer Galaxis bekommen. Die zwei nebeligen Flecken neben der Milchstraße, die Große und die Kleine Magellansche Wolke (hier LMC und SMC benannt), sind Begleitgalaxien unserer Milchstraße.
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Vorlagen für Text und Grafiken von Normann Stenschke