Veranstaltungen im Planetarium Informationen zum Planetarium Beobachtungstips, Astronomische Informationen Astronomie in Bremen  


Adresse

Wann ist Ostern?

Newsletter abonnieren


Inhalt:
Bild vergrößern

15. April 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Wann ist Ostern?

Bei der Bestimmung des Osterdatums hilft in den meisten Fällen eine weit verbreitete Faustregel. Sie lautet: Am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond, der auf den Frühlingsanfang folgt, ist Ostern. Frühlingsanfang war in diesem Jahr am 20. März um 22:58 Uhr MEZ und der erste darauf folgende Vollmond bereits am 21. März um 02:42 Uhr MEZ. Entsprechend der obigen Faustregel hätte daher am ersten Sonntag nach dem 21. März, also am 24. März, Ostern sein müssen. Ostern ist aber in diesem Jahr fast einen Monat später – ein Osterparadoxon. Diese einfache Faustregel lässt sich dieses Jahr offensichtlich nicht anwenden.
Die verlässliche Bestimmung des Osterdatums ist kirchlichen Ursprungs und hat eine lange, manchmal verwirrende Geschichte, die bis zum 1. Konzil von Nicäa in das Jahr 325 zurückreicht. Die Regelung in der jetzigen Form besagt: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach einem zyklisch bestimmten Vollmond, der auf den kirchlich vereinbarten Termin für den Frühlingsanfang am 21. März folgt.
Der nach dieser kirchlichen Regel bestimmte Ostervollmond wird auf der Grundlage eines 19-jährigen Zyklus ermittelt, des so genannten Meton-Zyklus. Die auf dieser Grundlage berechneten Vollmondtermine können innerhalb eines Zyklus vom jeweiligen astronomischen Vollmond um ein bis zwei Tage abweichen. Diese Abweichungen gleichen sich jedoch über den gesamten Zeitraum eines Zyklus wieder aus, so dass jeweils am Ende der 19 Jahre der berechnete Vollmondtermin mit dem tatsächlichen fast genau übereinstimmt. Die Entdeckung dieser 19-Jahre-Periode verdanken wir dem griechischen Astronomen Meton und mehr noch einigen seiner Zeitgenossen, die sich im 5. Jahrhundert v. Chr. mit Mondzyklen befassten.
Nun fällt gemäß diesem Meton-Zyklus in diesem Jahr der erste Vollmond nach dem 21. März auf den 18. April, also nunmehr vier Wochen nach Frühlingsanfang. Ostersonntag ist dann erst am darauf folgenden Sonntag, dem 21. April.
Sowohl die Faustregel als auch die kirchliche Regel haben ihre Tücken. Immerhin bietet die kirchliche Regel zwei Vorteile: Der kirchliche Frühlingsanfang liegt kalendarisch auf dem 21. März fest, während sich der astronomische Frühlingsanfang zwischen dem 19. und 21. März bewegt; darüber hinaus lassen sich mit Hilfe des Meton-Zyklus die Kalendertage für die Ostervollmonde leicht auf Jahrzehnte im Voraus bestimmen. Vom nächsten Jahr an kann man zum Glück das Osterdatum auch wieder mit der einfachen Faustregel errechnen. Erst im Jahr 2038 kommt es wieder zum Konflikt zwischen astronomischer und kirchlicher Regel; wer den Meton-Zyklus nicht zur Hand hat, muss das Osterdatum dann dem Kalender entnehmen.
Hoch

Sterne und Planeten

Der Mond geht am 1. als schmale Sichel kurz nach 6 Uhr im Südosten auf, fast zeitgleich mit der Venus, links unterhalb von Jupiter und Saturn. Die Venus steht dann links von der Mondsichel, und es entsteht eine schöne Kette aus Venus, Mond, Saturn und Jupiter. Am Morgen danach ist die Mondsichel dicht unter die Venus gewandert, wo sie in der bereits hellen Morgendämmerung allerdings schwer auszumachen ist. Am 5. ist Neumond. Vom 6. bis zum 8. kann man verfolgen, wie sich der neue Mond dem Mars nähert sowie zwei Sternhaufen im Sternbild Stier. Die beiden Sternhaufen sind die Plejaden, auch als Siebengestirn bekannt, und die Hyaden, die sich um Aldebaran gruppieren, den Hauptstern im Stier. Beide Sternhaufen zusammen bilden das Goldene Tor, durch das Sonne, Planeten und gelegentlich auch der Mond hindurchwandern. Mars hat bereits am Monatsbeginn das Tor passiert und lässt es von Nacht zu Nacht immer weiter hinter sich.
Hoch

Unser Mond

Der Mond folgt ihm in großen Schritten, verfehlt das Tor knapp und überholt Mars am 9. Bis zum Palmsonntag am 14. wandert er durch die Wintersternbilder Orion, Zwillinge und Krebs und bis zum Ostersonntag am 21. durch die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Waage. Am Karfreitag, dem 19., ist Vollmond in der Jungfrau. Der fiktive, mit Hilfe des Meton-Zyklus bestimmte Ostervollmond war einen Tag zuvor. Nach Ostersonntag wandert der Mond durch die Sommersternbilder Skorpion, Schlangenträger, Schütze und Steinbock und kann dabei morgens beobachtet werden. Bis zum 23. nähert er sich Jupiter, am 24. und 25. steht er zwischen Jupiter und Saturn und wandert danach links von Saturn auf die Venus zu. Venus hat sich allerdings im Monatsverlauf weiter von Saturn entfernt und dabei ihren Winkelabstand zur Sonne soweit verkürzt, dass sie in der Morgendämmerung schwer aufzufinden ist.
Hoch

Tageslängen

Die Tageslänge nimmt von 12 Stunden und 59 Minuten auf 14 Stunden und 57 Minuten zu. Das sind fast vier Minuten Zunahme pro Tag. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 7:00 und 19:59 Uhr und am Monatsende um 5:54 und 20:51 Uhr (Sommerzeit).

Hoch

Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
Hoch

Download zu unserem Newsletter

Auf dem Download zu unserem Newsletter finden Sie Bastelvorschläge und andere spannende Materialen - nicht nur für Lehrerinnen und Lehrer interessant.
Hoch

Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 29.3.2019 im Weser-Kurier.