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Jupiter und Saturn in Opposition

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Der Sternenhimmel am 15. August 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten

Schon am zweiten Tag des Monats steht Saturn Opposition zur Sonne und Jupiter am 20. Beide Riesenplaneten stehen also kurz nacheinander von der Erde aus betrachtet der Sonne direkt gegenüber. Diese Konstellation entsteht, wenn die Erde auf ihrer Planeteninnenbahn einen äußeren Planeten überholt. Dann verringert sich der Abstand zwischen ihnen auf die geringstmögliche Entfernung und in der Folge erscheint der Planet besonders hell. Man kann mit dem Fernglas oder Teleskop auf dem Planeten mehr Einzelheiten sowie einige seiner Monde gut erkennen. Die Oppositionsentfernung von Saturn beträgt 1.336 Millionen Kilometer, das entspricht einer Lichtlaufzeit von 74 Minuten, die von Jupiter 600 Millionen Kilometer mit einer entsprechenden Lichtlaufzeit von 33 Minuten. Während des Überholvorgangs kann man von dem bewegten Standort Erde aus verfolgen, wie die beiden äußeren Planeten entgegen ihrer normalen Bewegungsrichtung vor dem Sternhintergrund scheinbar nach rechts wandern. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Eindruck aus einem überholenden Fahrzeug, denn das überholte Fahrzeug scheint sich vor weit zurückliegender Landschaft kurzfristig rückwärts zu bewegen. Bei Saturn und Jupiter beträgt die Zeitspanne für diese Rückwärtsbewegung etwa vier Monate und sie endet für beide Planeten im Oktober. Verfolgt man die Planetenbewegung vor den Hintergrundsternen das ganze Jahr über, zeigt sich, wie die Planeten aufgrund dieser Rückwärtsbewegung eine Schleife beschreiben, ihre Oppositionsschleife. Da Jupiter sich vor dem Sternhintergrund schneller als der ferne Saturn bewegt, lässt sich bis Oktober eine vorübergehende Annäherung beider Riesenplaneten erkennen.
Über Jupiter und Saturn steht als markantes Kennzeichen des sommerlichen Nachthimmels das Sommerdreieck aus den Sternen Wega, Deneb und Atair. Links davon rückt bereits das Herbstviereck aus hellen Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda nach. Die beiden oberen Sterne des Herbstvierecks bilden zusammen mit drei Sternen links von ihm eine Kette von fünf etwa gleichhellen Sternen, die zusammen wie eine riesige Schale aussehen. Der rechte Stern in der Fünferkette gehört zum Sternbild Pegasus, die mittleren drei stellen Kopf, Körper und Beine der Andromeda dar und als fünfter Stern schließt sich Mirfak im Sternbild Perseus an.
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Perseiden

Knapp über Mirfak liegt der Ausstrahlungspunkt des bekanntesten Sternschnuppenschwarms, der nach dem Sternbild Perseus benannten Perseiden. Anfang August bis über die Monatsmitte scheinen sie aus diesem Sternbild heraus zu fliegen. Vom 9. bis zum 14. in der Zeit von 22 bis 4 Uhr flitzen besonders viele über den Himmel. Die meisten kann man jedoch in der Nacht vom 12. auf den 13. in den Morgenstunden verfolgen. Das Sternbild Cassiopeia, auch "Himmels-W" genannt, weil es sich wie ein großes "W" am Himmel zeigt, bietet eine gute Orientierung, denn das Sternbild Perseus liegt direkt darunter. Oder man schaut einfach in östliche Richtung, wo Perseus abends im Nordosten aufgeht und im Verlauf der Nacht über Osten Richtung Süden wandert. Es reicht schon, die ungefähre Richtung zu kennen, denn die Schnuppen huschen weit über den ganzen Himmel. Auch hellere Objekte, sogenannte Feuerkugeln oder Boliden, sind gelegentlich dabei. Dieser Sternschnuppenschwarm entsteht, weil die Erde jedes Jahr zur gleichen Zeit durch eine Staubspur fliegt, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne hinterlassen hat. Die Staubteilchen treffen dabei in der Erdatmosphäre auf Luftmoleküle und regen ihre Atome zum Leuchten an. Eine helle Lichtspur – ein Meteor – zieht dann über den Nachthimmel. Durch den Einfluss von Jupiter hat sich in diesem Jahr die Erdentfernung zu diesem Strom verringert und es sind daher mehr Schnuppen als in den Vorjahren zu erwarten.
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Unser Mond

Vom 1. bis 4. steht der abnehmende Mond morgens in den Sternbildern Widder und Stier unter dem Sternbild Perseus. Seine Sichel ist sehr schmal und daher kann sein Schein die Beobachtung der Perseiden kaum beeinträchtigen. Noch günstiger sind die Bedingungen in den Folgenächten, denn am 8. ist Neumond und danach ist nur eine schmale Mondsichel für wenige Abendstunden zu sehen. Am 10. steht sie in der Abenddämmerung rechts und am 11. links von der Venus – eine Möglichkeit, den immer noch nicht sehr auffälligen "Morgenstern" aufzufinden. In der Nacht vom 19. auf den 20. steht der Mond rechts neben Jupiter und Saturn, in der Folgenacht unter Saturn, dann unter beiden Riesenplaneten und wieder eine Nacht später links von ihnen. Am 22. ist er im Wassermann voll und danach entfernt er sich von den Riesenplaneten, um am 31. seinen Monatslauf im Stier zu beenden.
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Die Aussichtsplattform Metalhenge

Seit dem 16. Juli kann der Sternenhimmel auch vom Bremer Müllberg aus mehr als 40 Metern Höhe beobachtet werden. Dort wurde der astronomische Aussichtspunkt Metalhenge eröffnet, der Besucherinnen und Besuchern rund um die Uhr zugänglich ist. Unter www.metalhenge.de erhält man Informationen über die Anfahrt und die astronomische Bedeutung der Aussichtsplattform.
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Tageslängen

Die lichten Tage verkürzen sich von 15 Stunden und 37 Minuten auf 13 Stunden und 43 Minuten. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 05:42 und 21:19 Uhr und am Monatsende um 06:33 und 20:16 Uhr.
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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelsrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 27.7.2021 im Weser-Kurier.