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Fünf Planeten am Nachthimmel

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Der Sternenhimmel am 15. Mai 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten

Alle fünf Planeten, die man mit bloßem Auge sehen kann, zeigen sich bis zur Monatsmitte in einer langen Abfolge vom Abend- bis zum Morgenhimmel. In der ersten Woche noch sehr zögerlich, zeigen sich in der Abenddämmerung die inneren Planeten Merkur und Venus. Venus, die sich im Januar als "Morgenstern" vom Nachthimmel verabschiedet hat, läutet vorsichtig ihre Periode als "Abendstern" ein. Noch ist sie wenig auffällig, aber sie steigert in den nächsten Monaten ihre Strahlkraft und begleitet uns bis zum Jahresende. Dagegen ist Merkur wegen seiner nur 88 Tage dauernden Umlaufzeit um die Sonne wie immer nur wenige Tage auf "Kurzbesuch". Seine Sonnennähe sorgt zudem für schwierige Beobachtungsbedingungen, entweder kurz nach Untergang der Sonne oder kurz vor ihrem Aufgang. Beide sonnennahen Planeten findet man etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang knapp über dem Nordwesthorizont – Merkur links über der Venus.
Der Mars bleibt noch den ganzen Monat über sichtbar, aber er zelebriert mit immer weiter abnehmender Helligkeit seinen langsamen Abschied vom Abendhimmel. Nach Ende der Abenddämmerung zeigt er sich im Westen im Wintersternbild Zwillinge. Er durchwandert das Sternbild und bewegt sich auf Kastor und Pollux zu. Zusammen mit den beiden Sternen bildet er am Monatsende ein Dreigestirn in einer fast gradlinigen Kette. Während Mars bereits nach 1 Uhr zusammen mit den Zwillingen im Nordwesten untergeht, werden Jupiter und Saturn immer auffälliger und ihre Aufgangszeiten verfrühen sich deutlich. Saturn erscheint am Monatsbeginn kurz nach 3 Uhr und am Monatsende kurz nach 1 Uhr am Nachthimmel. Jupiter folgt links vom Ringplaneten etwa eine dreiviertel Stunde später. Dabei wandert Saturn durch das Sommersternbild Steinbock und Jupiter durch das benachbarte Herbststernbild Wassermann.
Zwischen den sich verabschiedenden Winter- und den aufkommenden Sommersternbildern bestimmen die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau, Waage und Bootes den Nachthimmel. Abends findet man sie im Osten und in der Nacht ziehen sie über den Süden nach Westen, wo sie morgens in der Dämmerung verblassen. Die hellsten Sterne in den Frühlingssternbildern sind Regulus, Spica und Arktur, sie bilden das Frühlingsdreieck. Arktur und Spica findet man, indem man den Bogen der Deichsel des Großen Wagens verlängert. Zwischen dem Großen Wagen, der abends hoch am Himmel steht, und den Sternbildern Bootes und Jungfrau liegt ein großer Bereich mit lichtschwachen Sternen. Drei Sterne unter dem Deichselbogen des Wagens, die die Jagdhunde des Bärenhüters Bootes darstellen, sind hier noch am auffälligsten. Interessant wird dieses Gebiet jedoch für Besitzer lichtstarker Fernrohre. Denn unter den Jagdhunden öffnet sich bei starker Fernrohrvergrößerung der Blick in einen Raum mit vielen Galaxiehaufen in unfassbar weiter Ferne. Einer von ihnen ist der Virgo-Galaxienhaufen zwischen dem Löwen und der Jungfrau. Er setzt sich aus über zweitausend Galaxien zusammen, von denen wiederum jede viele Milliarden von Sternen enthält. Das Zentrum des Virgohaufens ist über 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Im Folgenden einige Vergleiche für diese enormen astronomischen Entfernungen: Unser Sonnensystem kreist um das Zentrum unseres Milchstraßensystems in einer Entfernung von etwas über 25.000 Lichtjahren. Die Entfernungen zu Arktur, zur Sonne und zum Mond betragen 37 Lichtjahre, 8,3 Lichtminuten bzw. 1,3 Lichtsekunden. Die Lichtlaufzeiten geben jeweils die Entfernungen an, die das Licht für das Zurücklegen dieser Strecke benötigt. Eine Lichtsekunde sind 300.000 Kilometer, eine Lichtminute 60-mal so viel, ein Lichtjahr 9,5 Billionen Kilometer.
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Unser Mond

Am Monatsanfang durchwandert der abnehmende Mond morgens zunächst den Schützen und nähert sich dem Steinbock und dem Wassermann und damit auch Saturn und Jupiter. Am 3. hat er die Riesenplaneten erreicht, befindet sich aber immer noch rechts von ihnen. Am 4. steht er unter Saturn und am 5. unter Jupiter. Am 11. ist Neumond. Am 12. steht die extrem schmale Sichel des neuen Mondes abends unter der Venus und am folgenden Abend links unter Merkur. Am 15. steht die Sichel bis kurz nach Mitternacht rechts unter dem Mars und in der folgenden Nacht links über ihm. Am 26. ist der Mond in der Waage voll und erreicht mit 357.000 Kilometern Erdnähe. Am Tag zuvor ereignet sich über dem Pazifischen Ozean und in angrenzenden Gebieten eine totale Mondfinsternis, die in Europa aber nicht zu sehen ist. Nach diesem Ereignis wandert der Mond durch den Skorpion und den Schützen auf den Steinbock und die beiden Riesenplaneten zu. Am 30. bildet er mit ihnen ein Dreigestirn und beendet am 31. unterhalb vom Saturn seinen Monatslauf.
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Tageslängen

Die lichten Tage verlängern sich von 15 Stunden und 3 Minuten auf 16 Stunden und 35 Minuten. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 5:50 und 20:53 Uhr und am Monatsende um 5:05 und 21:40 Uhr.
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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelsrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 27.4.2021 im Weser-Kurier.