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Venus trifft Jupiter
Totale Mondfinsternis am 21.

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15. Januar 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten

Das neue Jahr startet mit einem eindrucksvollen astronomischen Schattenspiel. Beim ersten Neumond treffen sich Sonne und Mond in der Nacht vom 5. auf den 6. zu einer partiellen Sonnenfinsternis, die aber nur im nordöstlichen Asien und über dem Nordpazifik zu sehen ist. Nach diesem Vorspiel in weiter Ferne gibt es aber beim darauffolgenden Vollmond am 21. eine totale Mondfinsternis, die in Bremen in den frühen Morgenstunden in fast voller Länge verfolgt werden kann. An diesem Tag tritt der Mond um 4.34 Uhr in den Kernschatten der Erde, von 5.41 bis 6.44 Uhr dauert die Totalität und um 7.41 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten heraus. Bei seinem Untergang um 8.35 Uhr befindet sich ein Teilbereich seiner linken Seite noch im Halbschatten, was man aber mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Das Besondere an dieser Finsternis ist die ungewöhnliche Erdnähe des Mondes. Während die mittlere Mondentfernung 384 400 km beträgt, ist uns der Mond mit 357 000 km an diesem Tag besonders nah; ein Umstand, dem wir einen verfinsterten "Supervollmond" verdanken.
Die Planeten zeigen sich am Jahresbeginn auch wieder in auffälligen Konstellationen. Nachdem Venus und Jupiter vom Abend- zum Morgenhimmel gewechselt sind, treffen sich die beiden hellsten Planeten im Januar zu einer Konjunktion. Der kürzeste Winkelabstand der Planeten kommt dabei mit 2°,4 am 22. morgens zustande. Vor der Konjunktion findet man Jupiter links unter der Venus, danach rechts unter ihr. Schön zu verfolgen ist die Annäherung des abnehmenden Mondes an das Planetenduo am Monatsende.
Am Abendhimmel ist als einziger Planet noch unser rötlicher Nachbar Mars vertreten. Er durchwandert trotz weiter abnehmender Helligkeit immer noch auffällig das Sternbild Fische. Am Ende der Abenddämmerung steht er im Süden hoch am Himmel, gegen Mitternacht geht er im Westen unter.
Über dem Mars zeigt sich in der ersten Nachthälfte noch das Herbstviereck als Überbleibsel der letzten Jahreszeit. Der ganze Nachthimmel wird jedoch von den Wintersternbildern Stier, Orion, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund bestimmt. Sie werden eingerahmt vom Wintersechseck aus den hellen Sternen Sirius, Rigel, Aldebaran, Capella, Pollux und Prokyon. Links von ihnen rücken bereits die Vorboten des Frühlings nach: Am Abend im Osten der Löwe und im Nordosten Bootes.
Mit dem Jahresbeginn bis zum 10. ist nach Mitternacht der Meteorstrom der Quadrantiden zu erwarten. Das spitze Maximum mit etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde tritt in der Nacht vom 3. auf den 4. gegen 4 Uhr auf. Aber auch in den umliegenden Nächten lohnt sich ein Blick in den Himmel. Der Ausstrahlungspunkt der Meteore liegt im nördlichen Bereich des Sternbildes Bootes nahe dem Drachen. Daher werden die Quadrantiden gelegentlich auch Bootiden genannt.
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Die Mondfinsternis am 21.

Im weiteren Jahresverlauf ereignet sich noch eine Mondfinsternis, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Sie ist zwar nur partiell, lässt sich aber in voller Länge betrachten und findet bequemerweise in den Abendstunden statt. Ein weiteres und ganz besonderes und seltenes Ereignis ist der Merkurtransit am 11. November. Unser sonnennächster Planet zieht dann im Laufe von 5 1/2 Stunden vor der Sonnenscheibe vorbei, was sich bei uns fast drei Stunden lang verfolgen lässt. Dazu sind allerdings besondere Schutzvorrichtungen erforderlich, da ein ungeschützter Blick in die Sonne schwere Augenschäden bis zur Erblindung zur Folge haben kann. Der letzte Merkurtransit fand am 9. Mai 2016 statt, der nächste nach dem diesjährigen folgt erst wieder am 13. November 2032.
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Unser Mond

Am Neujahrsmorgen etwa ab 4 Uhr steht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes links von der hellen Venus. Am Morgen danach hat der Mond die Venus passiert und hält sich zwischen Jupiter und dem "Morgenstern" knapp links von ihm auf – ein schöner Anblick. Am 3. findet man die Mondsichel dicht über Jupiter. Die Betrachtung der Quadrantiden stört er in diesem Zustand nicht, denn bereits am 6. ist Neumond mit der anfangs erwähnten partiellen Sonnenfinsternis. Am 12. steht der zunehmende Mond abends unter dem rötlichen Mars. Am 21. ist Vollmond im Krebs mit der totalen Mondfinsternis. Am 30. befindet sich die Sichel des abnehmenden Mondes morgens links über Jupiter und Venus und am Monatsletzten hat sie sich zwischen die beiden hellsten Planeten geschoben – die drei hellsten Nachtgestirne dicht beisammen, wieder ein schöner Anblick.
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Tageslängen

Die Tage verlängern sich zum Jahresbeginn kaum spürbar. Besonders morgens wird man keine Veränderung der Sonnenaufgangszeit feststellen können, da sie in den ersten Januartagen nur wenige Sekunden beträgt. Lediglich die etwas später einsetzenden Abenddämmerungen und die sich verspätenden Sonnenuntergänge sind wahrnehmbar. Erst im weiteren Monatsverlauf nimmt die Tageslänge deutlicher zu, und zwar insgesamt von 7 Stunden und 39 Minuten auf 8 Stunden und 55 Minuten. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 8:39 und 16:18 Uhr und am Monatsende um 8:11 und 17:06 Uhr.

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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 28.12.2018 im Weser-Kurier.