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Die Andromedagalaxie im Blick

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Der Sternenhimmel am 15. Oktober 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten


In der immer früher einsetzenden Dämmerung lässt sich Venus bei freiem Blick nach Südwesten für eine Stunde knapp über dem Horizont als "Abendstern" bewundern. Einfacher sind Jupiter und Saturn weiter links aufzufinden. Sie bestimmen immer noch bis Mitternacht den Nachthimmel, verkürzen aber ihre Beobachtungszeiten deutlich. Das Sommersternbild Steinbock, in dem sich beide Riesenplaneten aufhalten, fällt durch seine lichtschwachen Sterne wenig auf. Umso auffälliger sind die darüber liegenden Sterne des an die vergangene Jahreszeit erinnernden Sommerdreiecks: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler. Links davon dominiert das Herbstviereck aus Sternen des Pegasus und der Andromeda wie ein riesiges Vorfahrtsschild bis zum frühen Morgen den Nachthimmel.
Im Sternbild Andromeda schimmert das fernste Objekt, das wir gerade noch mit bloßem Auge als schwachen nebligen Fleck erkennen können, der Andromedanebel, wie man ihn zunächst nannte. Obwohl es schon im 18. und 19. Jahrhundert Überlegungen gab, ob dieser neblige Fleck vielleicht gar kein Nebel, sondern eine mehr oder weniger ferne Sterninsel sein könnte, dauerte es noch einige Zeit bis zur Bestätigung dieser Annahme. Erst vor hundert Jahren und in den Jahren danach konnten durch die Verwendung der sich sprunghaft fortentwickelnden Großteleskope, empfindlichen Bildsensoren und der Spektroskopie genauere Erkenntnisse über den vermeintlichen Andromedanebel gewonnen werden. Er ist kein Nebel, sondern eine Galaxie wie unser Milchstraßensystem, die in ihren Ausmaßen sogar noch größer als die unsere ist und daher Andromedagalaxie genannt wird. Zum Größenvergleich: Unsere Galaxie, auch Galaxis genannt, hat in der Hauptebene einen Durchmesser von fast 100 000 Lichtjahren und enthält 300 Milliarden Sterne; der Durchmesser der Andromedagalaxie beträgt 170 000 Lichtjahre und sie enthält 500 Milliarden Sterne. Mit einer Distanz von 2 500 000 Lichtjahren – ein Lichtjahr entspricht fast zehn Billionen Kilometern – liegt sie weit außerhalb unserer Galaxie. Nachdem mit Hilfe der neuen technischen Möglichkeiten immer mehr weit entfernte Nebel als Galaxien identifiziert werden konnten, wuchs die Erkenntnis, dass das Weltall neben unserem Milchstraßensystem von unzähligen Galaxien erfüllt ist.
Links von den Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Perseus zeigt sich abends bereits das Wintersternbild Stier. Etwas später erheben sich noch vor Mitternacht auch die Zwillinge und der Orion über den Nordost- und Osthorizont. Unter den drei eng beisammen stehenden Gürtelsternen des Orion fällt schon im einfachen Fernglas der berühmte Orionnebel auf. Dies ist ein echter Nebel, der im Wesentlichen aus Wasserstoff mit geringen Anteilen von Helium, Sauerstoff, Kohlenstoff und weiteren Spurenelementen besteht. Dieser Gasnebel ist ein Geburtsort für neue Sterne, die sich durch starke Verdichtungen im Nebel bilden. Der Orionnebel hat eine Entfernung von 1400 Lichtjahren und befindet sich daher in der Galaxis.
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Der Andromedanebel

Für einen Blick auf unsere Schwestergalaxie muss man bei klarer Sicht einen dunklen Ort ohne künstliche Lichtquellen aufsuchen und Nächte ohne Mondlicht abwarten. Beim Aufsuchen eignet sich zur Groborientierung das Herbstviereck. Verlängert man dessen obere Seite nach links und in einem leichten Bogen nach oben, findet man insgesamt fünf Sterne, die die Form einer riesigen Schale ergeben. Die mittleren drei gehören zum Sternbild Andromeda: Kopf, Körper, Beine. Der fünfte ist Mirfak im Perseus. Über dem mittleren der fünf, also dem Körper der Andromeda, findet man einen schwachen Stern, so als würde die liegende Andromeda ihren linken Arm nach oben strecken und zu einem schwachen ovalen Nebel zeigen: der Andromedagalaxie. Hoch


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Unser Mond


Der Mond steht am 1. morgens als abnehmende Sichel unter den Zwillingssternen Castor und Pollux und ist vom Sternbild Zwillinge in den Krebs gewechselt. Am 6. ist Neumond. Am 9. steht der neue Mond abends rechts dicht über der Venus und am folgenden Abend links über ihr. Dann nähert er sich Jupiter und Saturn. Am 13. steht er rechts unter Saturn, am 14. unter beiden Riesenplaneten, dann links unter Jupiter und danach entfernt er sich von beiden Riesenplaneten. Am 20. ist Vollmond in den Fischen unter dem Herbstviereck. In der Nacht vom 23. auf den 24. durchwandert der Mond das Goldene Tor, das durch die Sternhaufen Siebengestirn und Hyaden in der Umgebung von Aldebaran im Stier gebildet wird. Danach wandert er über den Orion hinweg durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs und Löwe und steuert auf Merkur zu, der sich seit dem 20. für eine halbe Stunde knapp über dem Osthorizont in der Morgendämmerung zeigt.
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Tageslängen


Die lichten Tage verkürzen sich von 11 Stunden und 36 Minuten auf 9 Stunden und 34 Minuten. Die Sonnenauf- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 7:26 und 19:02 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) und am Monatsende um 7:21 und 16:55 Uhr Normalzeit (MEZ).
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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelsrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 28.9.2021 im Weser-Kurier.