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Fünf Planeten zum Jahresbeginn / Der Planetenlauf (im Jahr) 2022

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Der Sternenhimmel am 15. Januar 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten


Zum Jahresbeginn ergibt sich die seltene Gelegenheit, am Himmel fünf Planeten mit bloßem Auge zu erkennen. Der flinke Planet Merkur zeigt sich bei seinem 88 Tage dauernden rasanten Umlauf um die Sonne nur in kurzen Stippvisiten. Bis zum 12. erscheint er eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang für etwa eine halbe Stunde knapp über dem Südwesthorizont, um nach seinem Abschied vom Abendhimmel im Februar wieder kurz in der Morgendämmerung aufzutauchen. Im weiteren Jahreslauf lässt sich Merkur dann immer mal wieder in der Morgen- oder Abenddämmerung blicken. Ähnlich wechselhaft verhält sich unser innerer Nachbarplanet Planet, die Venus. Sie zeigt sich aber deutlich länger als Merkur. Ihre Umlaufzeit um die Sonne beträgt 225 Tage und dabei überholt sie die Erde alle 584 Tage auf ihrer Planeteninnenbahn. Einer dieser Überholvorgänge ereignet sich am 9. Januar, allerdings für uns unsichtbar, weil die Venus in dieser Konstellation von der Sonne von hinten beleuchtet und völlig überstrahlt wird. Nur bei einem der seltenen Venus-Transite, bei denen sie direkt vor der Sonne vorbeizieht, kann man sie als "kleines Scheibchen" mit geschütztem Auge vor unserem Zentralgestirn erblicken. Bis zum 5. zeigt sich Venus bei günstigen Beobachtungsbedingungen noch als "Abendstern" rechts neben Merkur. Nach dem 9. hat sie mit der Sonnenseite auch ihre Rolle gewechselt. Sie steht dann rechts von der Sonne und geht vor ihr auf. Nach dem 13. ist der Winkelabstand zu ihr groß genug, dass sie als "Morgenstern" bis Anfang September in der Morgendämmerung strahlt.
Der Mars ist im Gegensatz zu den sonnennahen Planeten Merkur und Venus ein sogenannter oberer Planet, einer, den die Erde überholt. Er hat eine Umlaufzeit von 687 Tagen, die Erde zieht an ihm etwa alle 780 Tage vorbei. Nachdem sich der Mars fünf Monate des alten Jahres hinter der Sonne versteckt hat, taucht er zum Jahresbeginn am Morgenhimmel auf, wo man ihn kurz vor Sonnenaufgang über dem Südosthorizont finden kann. Nach dem 13. hilft dabei die Venus. Anfangs steht sie links von ihm und rückt an ihn heran, nach dem 25. steht sie links über ihm und nähert sich ihm weiter. In den folgenden Monaten werden die Bedingungen für Marsbeobachtungen immer besser, bis Mars am 8.12. 2022 von der Erde überholt wird. Dann steht er in Opposition zur Sonne und erreicht zur Erde den geringsten Abstand.
Jupiter und Saturn hatten ihre Oppositionen im August 2021. Die Erde eilt ihnen jetzt voraus, unser Abstand zu ihnen vergrößert sich, und im März und Februar verschwinden beide hinter der Sonne. Entsprechend verschlechtern sich jetzt schon die Beobachtungsbedingungen. Von Tag zu Tag findet man beide Riesenplaneten abends immer knapper über dem Südwesthorizont. Saturn lässt sich dort noch bis zur Monatsmitte auffinden, Jupiter noch bis Mitte Februar. Im April zeigt sich Saturn wieder am Morgenhimmel, und Jupiter folgt ihm im Juli. Beide streben dann ihren Oppositionen im August beziehungsweise September zu. Bis zum 12. Januar bilden Jupiter und Saturn mit Merkur eine Planetenreihe, die vom 4. bis zum 7. noch durch den Mond zu schönen Konstellationen ergänzt wird.
Oberhalb von Jupiter erinnert abends das Herbstviereck an die letzte Jahreszeit. Links davon bestimmen die ganze Nacht über die prächtigen Wintersternbildern Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Orion, Kleiner und Großer Hund den Sternhimmel. Sie werden eingerahmt durch das riesige Wintersechseck aus den Sternen Sirius, Rigel, Aldebaran, Capella, Pollux und Procyon. Durch dieses Sternsechseck zieht sich die Milchstraße, die man aber leider nur abseits künstlicher Lichtquellen und meist nur außerhalb unserer lichtüberfluteten Städte sehen kann.
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Der Geminiden-Sternschnuppenschwarm


Zwischen dem 1. und 10. erstrahlt nach Mitternacht der Sternschnuppenschwarm der Quadrantiden aus dem Sternbild Bootes. Der Ausstrahlpunkt liegt nahe dem äußersten Deichselstern des Großen Wagens. Die meisten Schnuppen kann man in der Nacht vom 3. auf den 4. zählen. Es werden dann rund 100 Meteore pro Stunde erwartet.
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Unser Mond


Am Neujahrsmorgen kann man kurz nach 8 Uhr die extrem schmale Mondsichel über dem Südosthorizont aufgehen sehen. Mars steht dann rechts darüber. Da beide Gestirne in der Morgendämmerung schnell verblassen, ist ein Fernglas hilfreich. Am 2. ist Neumond und am 4. steht die neue Mondsichel ab 17:30 Uhr links unter Saturn und links von Merkur, am 5. links über Saturn und unter Jupiter und am folgenden Abend links von Jupiter. Die Beobachtung der Sternschnuppen wird durch die Mondsichel kaum gestört, denn erst am 18. ist Vollmond in den Zwillingen. Am 29. steht die schmale Mondsichel morgens rechts neben Mars und Venus und am 31. ist sie so schmal geworden, dass man sie nicht mehr erkennen kann.
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Tageslängen


Die lichten Tage verlängern sich zum Jahresbeginn kaum spürbar. Erst im späteren Monatsverlauf nimmt die Tageslänge deutlicher zu, und zwar insgesamt von 7 Stunden und 39 Minuten auf 8 Stunden und 52 Minuten. Die Sonnenauf- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 08:38 und 16:17 Uhr und am Monatsende um 08:12 und 17:04 Uhr.
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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelsrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 28.12.2021 im Weser-Kurier.