Veranstaltungen im Planetarium Informationen zum Planetarium Beobachtungstips, Astronomische Informationen Astronomie in Bremen  


Adresse

Venus, Jupiter und Merkur versammeln sich in der Morgendämmerung
Die Geminiden erstrahlen vom 6. bis 16.
Komet Wirtanen kommt der Erde nahe

Newsletter abonnieren


Inhalt:
Bild vergrößern

15. Dezember 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten

In der kurzen Zeit seit die Venus im November als Morgenstern am Himmel aufgetaucht ist, hat sie ihre Strahlkraft enorm gesteigert und erreicht Anfang Dezember ihre maximale Helligkeit in diesem Jahr. Unübersehbar steigt sie zwischen 4 und 4.30 Uhr als „Morgenstern“ über den Südosthorizont. Etwa zwei Stunden später gesellt sich im letzten Monatsdrittel Jupiter als zweithellster Planet dazu und taucht in der Morgendämmerung links unter der Venus aus dem Strahlenkranz der Sonne auf. Zwischen dem 10. und 18. kann man außerdem Merkur relativ leicht links unter dem „Morgenstern“ aufspüren. Da der sonnennahe Planet auch noch danach in dieser Region sichtbar bleibt, lässt sich gut verfolgen, wie Merkur vom 21. bis 23. links am Riesenplaneten im kurzen Winkelabstand von 0°,9 vorbeizieht. Am 20. und davor steht Merkur rechts über Jupiter, am 21. direkt über ihm, am 22. links neben ihm und danach links unter ihm. Dieses Überholmanöver spielt sich nach 7 Uhr knapp über dem Südosthorizont ab.
Der Abendhimmel bietet ebenfalls einen Überholvorgang zweier Planeten, diesmal allerdings nur mit einem sehr guten Fernglas oder einem Fernrohr zu verfolgen. Der schnellere der beiden, unser rötlicher Nachbarplanet Mars, ist unter dem Herbstviereck einfach zu erkennen. Am 7. zieht er um 16 Uhr im extrem knappen Abstand von 0°,04 über Neptun hinweg. Für eine Planetenbeobachtung ist der Himmel dann allerdings noch zu hell. Da aber zwei Stunden später am ausreichend dunklen Himmel der Winkel zwischen den Planeten immer noch weniger als 0°,1 beträgt, kann man gut verfolgen, wie sich Mars wieder von Neptun entfernt. Normalerweise lässt sich das lichtschwache Scheibchen Neptuns, des am weitesten entfernten Planeten, vor dem Sternhintergrund nur sehr schwer ausmachen, doch Mars bietet in dieser engen Planetenkonjunktion eine selten günstige Aufsuchhilfe.
Links vom Herbstviereck sind die Wintersternbilder Stier, Orion, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund aufgezogen. Sie bestimmen um den Jahreszeitenwechsel herum zunehmend den Nachthimmel. Aus den Zwillingen, lat. gemini, erstrahlen vom 6. bis 16. die Geminiden. Dieser Sternschnuppenstrom ist besonders eindrucksvoll, da er zurzeit der ergiebigste mit vielen hellen und gelb-weiß leuchtenden Meteoren ist. Da die Zwillinge bereits abends im Nordosten aufgegangen sind und bis zum Morgen über den Himmel zum Westen ziehen, kann man die Geminiden auch die ganze Nacht über bewundern. Die meisten Schnuppen werden in den Morgen- und besonders helle in den Abendstunden des 14. erwartet.
Innerhalb des großen Dreiecks, das die Sternbilder Zwillinge, Große Bärin und Cassiopeia bilden, befinden sich keine besonders auffälligen Sterne. In der Antike wurden diesen Sternen deshalb auch keine Sternbilder zugeordnet, obwohl viele Sterne dort das ganze Jahr über zu sehen sind und im Winter fast durch den Zenit ziehen. Um diese „Lücke“ zu schließen und um sich dort besser orientieren zu können, hat der niederländische Kartograph Petrus Plancius 1612 einige der Sterne zum Sternbild Giraffe zusammengeführt. Aus gleichen Gründen versammelte der Danziger Astronom Johannes Hevelius weitere Sterne zum Nachbarsternbild Luchs, das 1690 erstmals in seinem Himmelsatlas erschien und aussieht als würde sich der Luchs im Sprung lang ausstrecken.
Hoch

Der Komet Wirtanen

Am 16. kommt nach langer Zeit wieder ein Komet der Erde so nah, dass man ihn vielleicht unter günstigen Bedingungen verfolgen kann: Komet Wirtanen passiert die Erde in einer Entfernung von nur 39 Lichtsekunden; zum Vergleich: Die Sonnenentfernung beträgt immerhin 8,3 Lichtminuten. Da Wirtanen nur einen Durchmesser von 1,2 km hat, ist kein spektakulärer Schweif zu erwarten, und es könnte sehr schwierig sein, ihn in unserem aufgehellten Stadthimmel ohne Hilfsmittel zu finden. Prognosen zur Helligkeitsentwicklung sind aber schwierig. Vier Tage vor der Erdpassage hat er die kürzeste Entfernung zur Sonne erreicht und ist von uns aus im Sternbild Stier zu finden, wo er zwischen Siebengestirn und Aldebaran um den 16. herum am hellsten wird. Leider geht der Mond dann erst nach Mitternacht unter. Bis zum Jahresende wandert Wirtanen durch die Sternbilder Perseus, Fuhrmann und Luchs.
Hoch

Unser Mond

Am 1. steht der abnehmende Mond morgens im Sternbild Jungfrau etwas entfernt rechts über der Venus und wandert auf sie zu. Am 3. steht er dicht rechts über dem hellen „Morgenstern“ und am 4. links neben ihm. Am 7. ist Neumond. Am 14. ist der neue Mond morgens noch nicht aufgegangen und stört daher die Betrachtung der Geminiden nicht. Abends steht er rechts unter dem rötlichen Mars und am 15. links neben ihm – was sehr schön aussieht, aber leider die Sicht auf die lichtschwachen Geminiden-Meteore behindert. Am 22. ist Vollmond im Stier und am Silvestermorgen beendet unser Trabant seinen Monats- und Jahreslauf in der Jungfrau.
Hoch

Tageslängen

Die Tageslänge nimmt bis zum 21. von 7 Stunden und 57 Minuten auf 7 Stunden und 33 Minuten ab. Das ist der kürzeste Tag, Wintersonnenwende und Winteranfang. Bis Silvester werden die Tage dann wieder um 5 Minuten länger. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 8:15 und 16:12 Uhr, am 21. um 8:36 und 16:09 Uhr und am Monatsende um 8:39 und 16:17 Uhr

Hoch

Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
Hoch

Download zu unserem Newsletter

Auf dem Download zu unserem Newsletter finden Sie Bastelvorschläge und andere spannende Materialen - nicht nur für Lehrerinnen und Lehrer interessant.
Hoch

Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 27.11.2018 im Weser-Kurier.