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Mars trifft seinen Namensvetter Antares

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15. Februar 22:00 Uhr
erstellt mit Cartes du Ciel

Sterne und Planeten

Noch spielt Mars in der Nähe des hellen Jupiter ein Schattendasein. Seine Helligkeit nimmt jedoch langsam zu, was man im direkten Vergleich mit seinem Namensvetter Antares, dem rötlichen Hauptstern im Skorpion, gut erkennen kann. Da der rote Planet im Monatsverlauf knapp über Antares hinweg zieht, bietet sich eine günstige Gelegenheit, Helligkeit und Farbe der beiden benachbarten Gestirne zu vergleichen. Mars und Antares findet man links unter Jupiter am Morgenhimmel. Dort sind gegen 4 Uhr alle drei Gestirne im Südosten aufgegangen. Am 1. steht Mars rechts über Antares und ist noch etwas lichtschwächer als der Vergleichsstern. Am 12. steht er links über Antares, hat den kürzesten Winkelabstand zu ihm erreicht und ist dann genauso hell wie sein Namensvetter. Am 28. hat Mars, etwas weiter links von Antares, schon deutlich an Helligkeit zugenommen. Da unsere Augen im Dunkeln kaum Farben erkennen können, ist ein Farbvergleich grundsätzlich schwierig. Der kurze Abstand zwischen Mars und Antares und ihre ähnliche Helligkeit bieten jedoch günstige Bedingungen, um vielleicht doch zu erkennen, dass Antares etwas röter als Mars ist.
Die schöne Konstellation von Jupiter, Mars und Antares wird ergänzt durch Saturn, der etwa zwei Stunden nach dem Dreiergestirn links darunter aufgeht. Zwischen dem 6. und 12. gesellt sich darüber hinaus unser Mond zu den drei Planeten. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen lassen sich auch großräumige Bewegungen feststellen: Mars entfernt sich von Jupiter und wandert auf Saturn zu, den er aber erst Anfang April erreicht.
Im Gegensatz zum Morgenhimmel ist der Abendhimmel weitgehend planetenarm. Erst zur Monatsmitte zeigt sich die Venus kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont, allerdings noch sehr unscheinbar. Bis sie strahlender "Abendstern" wird, werden noch einige Wochen vergehen. Am Ende der Abenddämmerung tauchen die prächtigen Wintersternbilder Stier, Orion, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund im Südosten auf. Sie bestimmen den Nachthimmel. Im Verlauf der Nacht rücken sie nach Nordwesten und machen den Frühlingssternbildern Löwe, Jungfrau und Waage Platz.
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Unser Mond

In der Nacht zum 1. wechselt der noch fast volle Mond vom Krebs in den Löwen, den er bis zum 3. durchwandert. Am 6. bildet er in den frühen Morgenstunden mit Jupiter, Mars und Saturn eine eindrucksvolle Gestirnskette. Am 8. ist er links oberhalb von Jupiter angekommen, am 9. steht er über Mars und Antares, am 11. rechts über Saturn und am 12. links unter ihm. Am 15. verursacht der Neumond in Südamerika und der Antarktis eine partielle Sonnenfinsternis. Am 16. steht die extrem schmale Mondsichel knapp links unter der Venus, was sich jedoch nur durch ein Fernglas erkennen lässt. Doch am 17. kann man die geringfügig verbreiterte Sichel bereits mit bloßem Auge links über dem noch unauffälligen "Abendstern" ausmachen. Dabei zeigt sich der neue Mond soweit gekippt, dass er wie eine Gondel aussieht; dies ist um den Frühlingsanfang herum kein seltener Anblick, weil die Sonne dann steil unter dem Horizont verschwindet und den Mond von unten anstrahlt. Am 23. bedeckt der Mond Aldebaran, den Hauptstern im Stier. Den Beginn der Bedeckung um 17:50 Uhr, wenn sich der dunkle Rand des Halbmondes über den Stern schiebt, kann man jedoch nur mit dem Fernglas verfolgen, da zu diesem Zeitpunkt die Sonne untergeht und es für eine Beobachtung mit bloßem Auge noch zu hell ist. Den Austritt von Aldebaran kurz nach 18:57 Uhr am unteren Mondrand kann man dann aber auch ohne Fernglas erkennen. Eine Sternbedeckung wie diese gestattet es, die Wanderung des Mondes nach links vor dem Fixsternhintergrund deutlich wahrzunehmen. Auch die Hyaden sind hilfreich, ein offener Sternhaufen, der aus über 300 besteht, von denen man etwa zehn mit bloßem Auge erkennen kann. Diese Sterne gruppieren sich um Aldebaran. Man kann verfolgen, wie sich der Mond im Verlauf der Nacht von Aldebaran und den Hyaden entfernt. Am 28. beendet unser Trabant seinen Monatslauf im Krebs. Nach den beiden Vollmondnächten im Januar gibt es im Februar keine, was sehr selten ist; der nächste vollmondfreie Monat ist der Februar 2037.
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Tageslängen

Die Tage verlängern sich trotz der Kürze des Monats bereits von 9 Stunden und einer Minute auf 10 Stunden und 46 Minuten. Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten sind am Monatsbeginn um 8:09 und 17:09 Uhr und am Monatsende um 7:15 und 18:01 Uhr.
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Zur Handhabung der Sternkarte

Bei der Benutzung von Sternkarten gibt es manchmal Irritationen durch die dort eingetragenen Himmelsrichtungen. Sie rühren daher, dass Sternkarten nicht wie eine Landkarte von oben, sondern eigentlich, wie der Himmel, von unten betrachtet werden müssten. Man kann aber eine Sternkarte auch bequem senkrecht vor sich halten und die Himmelrichtung, in die man schauen will, auf der Karte nach unten drehen. Auf diese Weise kann man die Himmelsrichtungen auf der Karte mit denen am Himmel zur Deckung bringen.
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Der ungekürzte Text unseres Mitarbeiters Normann Stenschke erschien am 30.1.2018 im Weser-Kurier.